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Donnerstag, 29. Dezember 2011

Mozarts Tipp


©Sarah-Maria
Als Mozart eines Tages von einem seiner Musikschüler gefragt wurde, wie man es anstellt eine ordentliche Symphonie zu schreiben, antwortete er: „Sie sind noch ein sehr junger Mann. Warum fangen Sie nicht mit einfachen Liedern an?“ Doch sein ehrgeiziger Schüler ließ nicht locker und erwiderte: „Aber Sie haben Symphonien bereits im Alter von zehn Jahren komponiert.“ Daraufhin bekam der Schüler seine Antwort: „Das ist richtig, aber ich habe nicht nach dem 'wie' gefragt.“

Quellen:
Symphonieorchester der Medizinischen Hochschule Hannover: Zitat_09_1104. http://www.mhh-orchester.de/index.php/component/content/article/61-zitat/118-zitat0909.html (abgerufen am 28. Dezember 2011).

Sonntag, 11. Dezember 2011

Der Taktstock

©Sarah-Maria
Als Konrad Adenauer die englische Königin Elisabeth II. auf Schloss Augustusburg empfing, wollte er mit dem gerade erst gegründeten Stabsmusikkorps der Bundeswehr besonders auftrumpfen. Alles war bereit und es konnte losgehen, doch dann trat der Taktstockbeauftragte vor und meldete mit panischer Blässe um die Nase, dass er sein Arbeitsutensil vergessen habe. Die Hektik war groß. Doch einige seiner Kollegen retteten ihren ersten wichtigen Auftritt und schnitzten kurzerhand aus einem Weidenzweig einen nigelnagelneuen und schneeweißen Taktstock.

Quellen:
Raderer, F.C./Wehmeiner, R.: Fortissimo – Musiker-Anekdoten: Stuttgart: Reclam, 2009

Mittwoch, 7. Dezember 2011

Hier mal nicht frech werden, Herr Strawinsky

©Sarah-Maria


Igor Strawinsky war ein wirklich begnadeter und schon zu Lebzeiten weltweit bekannter Komponist - leider jedoch ein nicht halb so guter Dirigent. Dieses Manko versuchte er mitunter durch ausufernde Strenge zu vertuschen. Doch in Hamburg kam er damit nicht besonders weit: denn als er während einer Orchesterprobe einen der Musiker recht rabiat zurechtwies, pikierte sich umgehend ein anwesender Dirigenten-Kollege: „Herr Strawinsky, dirigieren Sie, wie Sie wollen. Aber frech werden, das dürfen Sie bitte nicht!“

Quellen:
Raderer, F.C./Wehmeiner, R.: Fortissimo – Musiker-Anekdoten: Stuttgart: Reclam, 2009.

Montag, 5. Dezember 2011

So viel wie nötig!

©Sarah-Maria

Zum heutigen Todestag von Wolfgang Amadeus Mozart möchte ich einen Klassiker unter den Mozart-Zitaten posten:

Als am 16. Juli 1782 Mozarts Oper "Die Entführung aus dem Serail" im Wiener Burgtheater ihre Uraufführung hatte, soll Kaiser Joseph II. im Anschluss bemängelt haben: "Zu schön für unsere Ohren und gewaltig viel Noten, lieber Mozart" - worauf Mozart prompt erwiderte: "Gerade so viel Noten, Eure Majestät, als nötig sind."

….und Recht hat er gehabt, der Mozart! :D

Mittwoch, 30. November 2011

Gioachino Rossinis Unmöglichkeit

©Sarah-Maria


Theobald Böhm war schon zu Lebzeiten einer der bekanntesten Flötenvirtuosen und –erfinder überhaupt. Auf einer seiner Reisen wollte er dem weltberühmten Komponisten Gioachino Rossini seine neuste Flöte präsentieren und stattete ihm frühmorgens einen Besuch ab. Der Maestro befand sich noch im Bad und so wartete Böhm geduldig auf ihn. Währenddessen begann er zum Zeitvertreib ein wenig auf seiner Flöte zu spielen. Daraufhin riss Rossini prompt und gerade erst halb rasiert die Badezimmertür auf und rief: „Das geht gar nicht, das kann man gar nicht spielen!“ Böhm erwiderte das Offensichtliche: „Aber ich spiele es doch…“ Darauf Rossini:“ Ich schere mich nicht darum, ob Sie es können … es ist völlig unmöglich!“

Quellen:
Raderer, F.C./Wehmeiner, R.: Fortissimo – Musiker-Anekdoten: Stuttgart: Reclam, 2009.

Freitag, 25. November 2011

Wilhelm Furtwänglers Führungsqualitäten

©Sarah-Maria
Werner Thärichen (1921-2008) erinnerte sich aus seiner Zeit als erster Solopaukist der Berliner Philharmoniker an eine Probe unter einem Gastdirigenten, in der sich urplötzlich der Klang des Orchesters änderte. Dies jedoch nicht, weil der Gast-Maestro plötzlich zu Hochtouren auflief – im Gegenteil die Musiker blickten schnurstracks an jenem vorbei zur Tür des Raumes: Wilhelm Furtwängler, damaliger musikalischer Leiter der Philharmoniker, hatte soeben den Raum betreten und offenbar genügte seine pure Anwesenheit, um den Philharmonikern einen perfekten, wunderschönen Klang zu entlocken.

Quellen:
Raderer, F.C./Wehmeiner, R.: Fortissimo – Musiker-Anekdoten: Stuttgart: Reclam, 2009

Donnerstag, 24. November 2011

Gertrud Bindernagels Götterdämmerung

©Sarah-Maria
Am Abend des 3. November 1932 trat Gertrud Bindernagel unglaubliche Elfmal vor den Vorgang der Deutschen Oper Berlin (damals noch Deutsches Opernhaus Charlottenburg), bis das Publikum sie in ihre Garderobe entließ. Sie hatte soeben eine wirklich unvergesslich brilliante Brünnhilde in Richard Wagners „Siegfried“ abgeliefert. Doch es sollte ihr letzter Auftritt gewesen sein, denn nur wenige Minuten später wurde sie von ihrem Ehemann Wilhelm Hintze auf dem Heimweg erschossen.

Ihr Gatte und Bankier hatte seine Frau im Verdacht ihn zu betrügen und war der festen Überzeugung, dass sie und ihr vermeintlicher Liebhaber sich gegen ihn verschworen haben, um sich sein Vermögen unter den Nagel zu reißen. Wie sich herausstellte zu Unrecht. Doch es war zu spät: die Götterdämmerung musste ohne Brünnhildes selbstgewählte Erlösung stattfinden.

Quellen:
Studnitz, P.: Schirach über famose Berliner Verbrechen. In: B.Z., 21.07.2010.
Kulturradio rbb: 125 Jahre Berliner Philharmoniker. http://www.kulturradio.de/download/manuskripte/0/1199964.file.pdf (zuletzt abgerufen am 23. Juni 2011).

Dienstag, 22. November 2011

Hans Richters Erfolgsrezept

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Als der Dirigent Hans Richter einst mit den Wiener Philharmonikern Bruckners Vierte einstudierte, saß niemand geringeres als Anton Bruckner selbst im Saal und lauschte den Proben. Als das Orchester zu der berühmt berüchtigten Hornstelle kam und diese mit Bravour meisterte, warf der entzückte Komponist den Protagonisten Kusshände zu. Hans Richter bemerkte dies und fühlte sich offenbar gestört, denn er zischte in Richtung Bruckner: „San S‘ staad!“ Zu hochdeutsch: „Sind Sie wohl ruhig!“

Hans Richter dirigierte übrigens 1876 die erste Aufführung von Wagners Ring in Bayreuth und wurde schließlich sogar zum Ehrenbürger der Stadt ernannt.

Quellen:
Raderer, F.C./Wehmeiner, R.: Fortissimo – Musiker-Anekdoten: Stuttgart: Reclam, 2009.

Samstag, 19. November 2011

Wie Einstein zählen lernte....

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Albert Einstein war ein großer Musikliebhaber und spielte selber die Violine. Zum gemeinsamen Musizieren lud er gerne bekannte und geniale Pianisten ein. So kam es, dass er einmal zusammen mit Arthur Schnabel eine Mozartsonate spielte. Dieser erwies sich als sehr geduldig mit dem Wissenschaftler, doch irgendwann platze ihm doch die Hutschnur: „Albert! Kannst du denn nicht bis vier zählen?! Eins, zwei, drei, vier!“

Artur Schnabel lebte von 1906 bis 1933 übrigens in der Wielandtraße 14 und somit genau wie Einstein in Berlin. Beide emigrierten 1933 unmittelbar nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten ins Ausland.

Quellen:
Raderer, F.C./Wehmeiner, R.: Fortissimo – Musiker-Anekdoten: Stuttgart: Reclam, 2009.

Donnerstag, 17. November 2011

Von Avantgarde zur Massenware

©Sarah-Maria

Wer sich schon immer gefragt hat, warum in der Deutschen Oper Berlin überall diese weißen Papierlampen eines schwedischen Möbelhauses hängen, dem sei gesagt, dass sie dort schon von der Decke baumelten, bevor sie in das Sortiment des Möbelriesens aufgenommen wurden. Denn Architekt und Innenarchitekt - des 1959 nach dem Krieg wiederaufgebauten Opernhauses - Fritz Bornemann hat sie eigens für die Deutsche Oper entworfen.

Quelle:
Eine Führung durch die Deutsche Oper Berlin

Dienstag, 15. November 2011

Hanseatische Musikalität


©Sarah-Maria
Komponisten und ihr Publikum – eine Sache für sich. Nie reagiert es so, wie es sich die werten Künstler wünschen.....

In einem Brief an Gustav Mahler findet Johannes Brahms für die hanseatischen Konzertgänger folgende Worte: „Die Bremer sind unmusikalisch, aber die Hamburger antimusikalisch.“


Quellen:
Borchardt, G.: Sehr unberühmt und sehr unaufgeführt - Gustav Mahlers Hamburger Jahre. http://www.gustav-mahler-vereinigung.de/1891-1897/body_1891-1897.html (zuletzt abgerufen am 15.11.2011).

Freitag, 11. November 2011

Prost!

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Wer glaubt, dass Orgelbauer keinen Humor haben, der hat sich getäuscht! Ein Beweis dafür findet sich in der St. Martins Pfarrkirche in Cochem: die Orgel besitzt ein Register mit dem Namen „Riesling 2fach“ – und der Name ist Programm, denn dort befinden sich zwei Flaschen Riesling.

Quellen:
Raderer, F.C./Wehmeiner, R.: Fortissimo – Musiker-Anekdoten: Stuttgart: Reclam, 2009.

Dienstag, 28. Dezember 2010

Das sonnige Gemüt der Kathleen Battle

©Sarah-Maria

Die Starsopranistin war nicht immer leicht zufrieden zu stellen und hielt die Teams der Opernhäuser auf Trab. Die Bühnenarbeiter der San Francisco Opera nahmen’s mit Humor und zogen nach jedem Auftritt der Diva T-Shirts mit der Aufschrift „I survived the Battle“ an.

Freitag, 10. Dezember 2010

Hans von Bülow und die Tonaufzeichnung

©Sarah-Maria


Ende des 19. Jhd. gab es mittels einer Wachswalze (auch Wachszylinder genannt) zum ersten Mal die Möglichkeit Ton aufzuzeichnen. 1888 erklärte sich nach einiger Überredung der Stardirigent Hans von Bülow zu einer Aufnahme bereit. Dass die Qualität nicht die beste war, lässt sich nachvollziehen. Hans von Bülow hatte aber offenbar mit einem anderen Ergebnis gerechnet, denn er fiel beim Anhören in Ohnmacht.

Dienstag, 30. November 2010

Eine Orchesterprobe mit Otto Klemperer

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Der Dirigent Otto Klemperer unterbrach einmal wütend eine Orchesterprobe und rief: "Die zweite Trompete ist viel zu laut!" Darauf gab der erste Trompeter zu bedenken: "Entschuldigen Sie, die zweite Trompete ist noch gar nicht da!" Klemperer erwiderte prompt: "Dann richten Sie es ihm aus, wenn er eintrifft!"